Pflanzenschutz

Unsere Pflanzenbauspezialisten beraten Sie gerne und kompetent! LANDI und fenaco bieten Ihnen einen guten Lieferservice mit ein Vollsortiment von Qualitätprodukten.

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Erneuerung von Dauerkulturen

Erneuerung von Dauerkulturen

Eine Besonderheit des Obst- und Weinbaus ist die lange Nutzungsdauer solcher Anlagen. Für Produzenten bedeutet dies eine grosse Herausforderung, sich an verändernde Rahmenbedingungen anzupassen. Entscheidungen sind oft schwierig zu treffen und sollten wohl überlegt sein.

Die Bewirtschafter von Obst- und Weinanlagen setzen sich kontinuierlich mit der Erneuerung der Kulturen auseinander. Obstbäume und Reben können teils über lange Zeit Erträge liefern. Doch mit der Zeit sinkt die Qualität und/oder die Wirtschaftlichkeit der alternden Kulturen so weit, bis sie nicht mehr rentabel sind. Um das Produktionspotenzial aufrechtzuerhalten, muss der Landwirt seine Kulturen erneuern. Dabei hat er ein klares Ziel vor Augen: die Kapitalrendite.

Die Verjüngung der Kultur kann aufgrund wirtschaftlicher Faktoren notwendig sein, zum Beispiel wenn eine Obst- oder Rebsorte auf dem Markt nicht mehr nachgefragt wird. Daneben sind das Alter und der physiologische Zustand der Kultur Beweggründe für eine solche Massnahme. Der finanzielle Aspekt bleibt jedoch der entscheidende Faktor. Die durchschnittliche Nutzungsdauer einer Dauerkultur hängt vom Typ und der Sorte der Kultur ab (siehe Tabelle). Je nach Geschichte der Kultur und ihrem Unterhalt kann ihre Nutzungsdauer um ein paar Jahre variieren.

Erneuerungsrate
Anhand der Nutzungsdauer der Kultur lässt sich die theoretische Erneuerungsrate in Prozent einfach berechnen: 100/Anzahl Ertragsjahre. Beispiel: Die Erneuerungsrate von Apfelbäumen in Reihen mit einer durchschnittlichen Nutzungsdauer von 18 Jahren beträgt 100/18 = 5.5 %. Dies bedeutet, dass ein Betrieb von 10 ha rund 0.5 ha pro Jahr erneuern sollte.

Überlegungen vor der Pflanzung
Eine Erneuerung wird von diversen Überlegungen und Entscheidungen begleitet. Für Kopfzerbrechen sorgt nicht nur die Sorten- oder Klonwahl, die nach wie vor eine grosse Unbekannte ist, auch muss der Produzent zahlreiche entscheidende Fragen beantworten:

  • Wahl der Unterlage: Sie beeinflusst den Wuchs je nach Bodenart, Vorkultur (müder oder frischer Boden) und Anbauweise (Reihen, Sträucher, …)
  • Anbausystem: Die Art oder Sorte, die sich am besten für ein gegebenes Anbausystem eignet. Weitere entscheidende Faktoren sind die technischen Kompetenzen und Kenntnisse des Bewirtschafters, die vorhandenen Maschinen, das Personal und die Betriebsorganisation. Eignet sich ein Anbausystem nicht für eine Art oder Sorte, so kann sich dies negativ auf die Kapitalrendite auswirken.
  • Pflanzmaterial: Insbesondere im Obstbau wird das für einen speziellen Anlagentyp vorbereitete Edelreis bei Baumschulen bezogen. Beispielsweise für Bäume, die in eine Obstanlage mit hoher Pflanzdichte oder in Reihen gepflanzt werden. Um böse Überraschungen zu vermeiden, sollte man sich vor der Bestellung gut informieren und sich über die eigenen Vorlieben im Klaren sein. Eine Regel ist für alle Kulturen entscheidend: Man sollte immer zertifizierte Pflanzen verwenden.
Den Boden verbessern
Vor der Erneuerung einer Dauerkultur empfiehlt es sich, eine Bodenanalyse vorzunehmen. Wird dabei ein grösserer Mangel an einem Grundnährstoff wie zum Beispiel Kalium festgestellt, so kann das Gleichgewicht des Bodens nur vor dem Pflanzen wiederhergestellt werden. Die Praxis hat ausserdem gezeigt, dass sich bei müdem Boden ein Ruhejahr zwischen zwei Kulturen positiv auf deren Leistungsfähigkeit auswirkt. Diesbezüglich trägt die Aussaat von Sudangras zu einer deutlichen Verbesserung der Bodeneigenschaften bei. Schliesslich erlaubt eine gute Bodenvorbereitung der Pflanze, optimal Wurzeln zu schlagen. Die Zufuhr von geeignetem organischem Material bringt ebenfalls Vorteile: Die neue Kultur wächst besser an und liefert früher Erträge.

Hilfe bei der Entscheidung
Die Zeiten ändern sich, die Technik entwickelt sich weiter, die Kenntnisse ebenfalls. Eine externe Beratung hilft, die eigenen Entscheidungen kritisch zu überdenken und so den grösstmöglichen Erfolg zu erzielen. Die Schlussentscheidung obliegt allerdings immer dem Produzenten. Vor dem Kauf eines Fahrzeugs oder einer Maschine informiert sich der Produzent, er studiert die Möglichkeiten, vergleicht diese und entscheidet. Leider werden bei einer Erneuerung solche Überlegungen aber allzu oft vernachlässigt, wie viele «misslungene» Kulturen beweisen. Dem Betrieb stehen für die Entscheidungsfindung kompetente, externe Berater zur Verfügung. Oftmals sind diese Dienste gratis. Die fenaco-LANDI Gruppe und ihr Netzwerk an qualifizierten Fachleuten ist eine ausgezeichnete Anlaufstelle.

Eine Fläche erneuern oder investieren
Der Wissensstand unterliegt einem stetigen Wandel. In Bezug auf Erneuerung ist es üblich, in Flächeneinheiten zu denken. Einige Obstproduzenten verfolgen jedoch eine andere Strategie. Sie gehen von der Summe aus, die für die Erneuerung der Obstanlage zur Verfügung steht: Wie sollen die Mittel investiert werden, anstatt wie soll eine Hektare Anbaufläche erneuert werden? Wie lassen sich die verfügbaren Mittel einem grösseren Pflanzenkapital pro m² zuteilen, damit eine schnellere Kapitalrendite generiert wird? Apfelbaumanlagen mit hoher Pflanzdichte in Kombination mit moderner, gut eingesetzter Technik liefern äusserst interessante wirtschaftliche Ergebnisse.

Erneuerung – Innovation
Dass man sich im Rahmen der Überlegungen rund um eine Erneuerung auch über technische Innovationen informiert, erscheint selbstverständlich. Bestünde der Erwerbs-Obstbau ohne Innovation aus Hochstamm-Anlagen und würden die Reben in Gobelet-Erziehung geführt? Ist man neugierig und interessiert, hilft dies, Entscheide zu treffen und innovative Lösungen zu wählen. Gespräche mit Kollegen und Fachleuten, der Besuch anderer Betriebe und Systeme sind stets bereichernd. Innovation erfordert einen gewissen Wagemut, aber insbesondere eine fachliche Beratung. Die wirtschaftliche Situation lässt nur wenig Raum für Fehler. Bei Dauerkulturen werden Entscheidungen für viele Jahre getroffen. Daher ist es ein absolutes Muss, sich genügend Bedenkzeit zu nehmen. Diese Zeit ist eine Investition, um in Zukunft Erfolg zu haben.

Alain Dorsaz, Pflanzenbauberater, 1510 Moudon / UFA-Revue 01/2017

Redaktion

Neuzüchtungen und Prognosemodelle gegen Apfelschorf

Neuzüchtungen und Prognosemodelle gegen Apfelschorf

Schorfresistente Apfelsorten brachten seit zwanzig Jahren grosse Fortschritte für den Bioapfelanbau. Mit Hilfe von Prognosemodellen und reduziertem, gezieltem Pflanzenschutz kann allfälligen Resistenzdurchbrüchen beigekommen werden.

Schorf ist und bleibt die wichtigste Krankheit im Apfelanbau, kann diese Krankheit doch ab Austrieb bis vor der Ernte Infektionen auslösen. In den letzten zwei Jahrzehnten brachten vielerlei neue, schorfresistente Sorten eine grosse Erleichterung für die Bioproduktion. Zudem erfreuen sich Sorten wie Topaz oder Ladina grosser Beliebtheit bei den Konsumenten.
Die Begeisterung für das wenig pflanzenschutzaufwändige Sortiment, welches auf Biobetrieben bereits einen Anteil von 40 Prozent einnimmt, hat sich in den letzten Jahren etwas abgebaut. Grund dafür ist der Durchbruch der Schorfresistenz bei einzelnen Sorten. Inzwischen hat man jedoch gelernt, wie mit einem reduzierten, aber sehr gezielten Pflanzenschutz die bei den bisherigen Sorten noch einfach abgestützte Resistenz vor Durchbrüchen geschützt werden kann. Wichtige Werkzeuge sind dabei Prognosemodelle. Das RIMpro-Modell zeigt anhand der Witterungsdaten einer Wetterstation und den Witterungsprognosen auf, welche Nässeperioden im Frühjahr während der für einen Schorfdurchbruch gefährlichen Ascosporenphase für eine Schorfinfektion wirklich gefährlich sind und deshalb mit Pflanzenschutzmassnahmen gut abgedeckt werden müssen. Kommt man bis Mitte Mai heil aus dieser Phase, so bleibt die Resistenz erhalten.
Mit diesem Vorgehen weisen die resistenten Sorten immer noch einen beträchtlichen Gewinn auf in Form von mehr Ökologie, Ertrag- und Qualitätssicherheit sowie weniger Stress für den Produzenten. Für Baumpflanzungen im nächsten Herbst kann man jetzt bis im Februar bei der Biobaumschule eine Bestellung für Winterhandveredelungen aufgeben.

Bioobstbautagung am 20. Januar 2017 in Frick
An der Bioobstbautagung am FiBL in Frick kann man sich über die aussichtsreichsten Sorten anhand von detaillierten Informationen und einer Degustation orientieren. Die weiteren Themen sowie die Infos zur Anmeldung finden Sie hier

bioaktuell.ch

Redaktion

Schaffhauser Pflanzen- und Ackerbautag: Zukünftiger Pflanzenschutz

Schaffhauser Pflanzen- und Ackerbautag: Zukünftiger Pflanzenschutz

Im Rahmen des Schaffhauser Pflanzen- und Ackerbautages zeigte Markus Leumann vom Landwirtschaftsamt Neuerungen für 2017 auf. Anderseits setzte sich Stephan Lack mit dem Aktionsplan Pflanzenschutz auseinander.

«Die agrarpolitische Grosswetterlage bringt uns in diesem und den nächsten Jahren vier Volkinitiativen, die neue Agrarpolitik 2018 – 21 und ein neues Schoggigesetz», führte Markus Leumann vor rund 200 Schaffhauser Bäuerinnen und Bauern aus. Zugleich verwies er auf die weiterhin angespannte Lage auf dem Milchmarkt, wo gar der Bundesrat von einer Milchkrise spricht. Doch es steht aber durchaus noch härtere Kost an. So seien Defizite bei den Umweltzielen bezüglich der Landwirtschaft festgestellt worden und von der administrativen Vereinfachungen ist an der bäuerlichen Basis nichts zu spüren. Zugleich halten über 2016 in Bundesbern eingereichte politische Vorstösse die Verwaltung und Politik auf Trab. Im Weiteren laufen bereits erste Vorarbeiten bezüglich der AP 2022. Rückblickend bezüglich den geleisteten Direktzahlungen flossen nach den massiven Kürzungen von 2014 und 15 wieder etwas mehr Beiträge für die Biodiversität (+ 4.1%), Vernetzung (+ 17.5%), Produktionsysteme (+ 1.4%) und Ressourceneffizienz (+ 40%). Anderseits nahmen die Beiträge für die Versorgungssicherheit um 4.7% sowie die Übergangsbeiträge um 9.8% ab. Bezüglich Aussichten auf das laufende Jahr bleiben die Landschaftsqualitätsbeiträge (LQB) plafoniert bei 120 Franken. Hingegen werden der Basisbeitrag Versorgungssicherheit um 40 und jene Biodiversitätsförderflächen (BFF) um 20 Franken je Hektare gekürzt. Wer ausschliesslich betriebseigenes Wiesen- und Weidefutter bei der Nutztierhaltung unter dem Begriff der graslandbasierten Milch- und Fleischproduktion (GMF) einsetzt, wird von der Berechnung der Futterbilanz befreit. Neu gibt es auch in der Talzone Hangbeiträge ab 50% Neigung, wobei hier die Übernahme der GIS-Bundesdaten Voraussetzung ist. Ab diesem Jahr gelten auch neue ÖLN - Vorschriften bezüglich des Erosionsschutzes. Je nach Ereignis und der unternommenen Massnahmen können solche keine Massnahmen oder auch scharfe Sanktionen zur Folge haben. Leumann kündigte auch an, dass in diesem Jahr erstmals einige Testbetriebe im Kanton ihre Betriebsdaten über ein neues GIS-Tools liefern werden. ab 2018 sollen dann alle Flächen GIS-erfasst sein. Rebbaubetriebe können erstmals ihre Flächenmeldung inklusive Sorten über Agate liefern.

Pflanzenschutz als Leidenschaft
«Wir sind Pflanzenschützer - aus Leidenschaft für die Pflanzen», hielt Stephan Lack, Member Gruppe AGRAR SCIN) und Vertreter der Stähler Suisse SA einleitend fest. Dabei machte er einleitend deutlich, dass jede Art von Pflanzenbau – konventionell oder auch biologisch auf Pflanzenschutz angewiesen ist. Ohne Pflanzenschutz würden in der Schweiz riesige Mengen an landwirtschaftlichen Produkten fehlen. «Dies würde zu einer Verlagerung der Produktion in andere Regionen führen. dies ist alles andere als unproblematisch, da damit dort intakte Lebensräume zerstört und vernichtet, Tropenwald gerodet und der Süsswasserverbrauch massiv gesteigert wird», so Lack. Würde vollständig auf Pflanzenschutz verzichtet, so sind Ertragsminderungen von über 30 Prozent Realität. Darin sieht Lack auch eine unehrliche Haltung, weil in Kauf genommene Produktionseinbussen in Kauf genommen und einfach durch Importe kompensiert werden. Der lancierte Aktionsplan Pflanzenschutz beinhaltet gemäss Lack viele Aussagen, welche zu einer Fehlinterpretation führen. Dieser im Juli in die Vernehmlassung geschickte Aktionsplan hat bereits viele emotionale Diskussionen ausgelöst. Dafür haben sich über 200 Organisationen vernehmen lassen, welche grösstenteils kaum oder gar nicht mit Pflanzenschutz konfrontiert sind.
«Entsprechend dem Gewicht ein Drittel aller in der Schweiz verwendeten Pflanzenschutzmittel sind auch für den Einsatz im biologischen Landbau tauglich», führte Lack als Beispiel auf. Dabei rief er auch in Erinnerung, dass heute die Pflanzenschutzmittel zu den am besten Erforschten Chemikalien gehören und richtig angewendet für Mensch und Tier unbedenklich sind. Er stellt aber fest, dass emotionale Haltungen oftmals eine sachliche Diskussion behindern. «Schönwetter-Programme werden als Top-Lösungen erkannt. Zugleich ist sie auch eine Plattform für Eigeninteressen, welche gegenseitig ein Ausspielen von Produktionsformen hat», so Lack. Zugleich macht er aber auch nicht wissenschaftlich basierte Lösungen aus.
Lack rief abschliessend die produzierende Landwirtschaft auf, dass sie für ihre Produktionsformen einstehen, an ihren eigenen und heimischen Produkten Freude haben und auch mitreden sollten. Dies wiederum setzt aber eine professionelle Arbeit voraus, wobei Fach- und weitere Erkenntnisse umzusetzen sind. «Wir müssen unsere Wettbewerbsfähigkeit erhalten und bewährtes wie beispielsweise der pfluglose Ackerbau in erosionsgefährdeten Gebieten ist meistens gut. Denn wir betreiben mit der lokalen Produktion und Nutzung der eigenen Ressourcen aktiv Umweltschutz», so Lacks abschliessendes Fazit.

RoMü

Redaktion

Wie wirtschaftlich sind Körnerleguminosen?

Wie wirtschaftlich sind Körnerleguminosen?

Der Anbau von Körnerleguminosen hat in den letzten Jahren in der Schweiz einen Aufschwung erfahren. Die Analyse der Wirtschaftlichkeit zeigt, dass mit Körnerleguminosen einen ähnlich hohen Stundenlohn erzielt werden kann wie mit anderen Ackerkulturen. Zudem punkten die Leguminosen mit ihrer Stickstofflieferung an Folgekulturen.

Die Anbauflächen von Sojabohnen, Ackerbohnen, Eiweisserbsen und Lupinen ist in den letzten Jahren stark gewachsen. Nach einem Rückgang bis auf 4900 ha im Jahr 2010, stieg die Fläche der Eiweisspflanzen inklusive Soja auf knapp 7700 ha im Jahr 2016. Der Anteil dieser Kulturen an der offenen Ackerfläche betrug damit rund 2.8%. Die Analyse der Wirtschaftlichkeit von vier in der Schweiz wichtigen Körnerleguminosen zeigt, dass diese neben ihren ackerbaulichen Vorteilen (zum Beispiel Stickstofflieferung an die Folgefrucht, verbesserte Bodenfruchtbarkeit) auch wirtschaftlich attraktiv sein können.

Wirtschaftlichkeit
Anhand einer Kosten-Leistungsrechnung auf Basis von Plankosten wird für Eiweisserbsen, Sojabohnen, Ackerbohnen und Lupinen der kalkulatorische Gewinn errechnet. Als Vergleichskultur wird zusätzlich Winterweizen betrachtet. Ausgangspunkt ist ein grösserer, spezialisierter Ackerbautrieb mit einer Schlaggrösse von drei Hektaren. Die Leistungen setzen sich zusammen aus der Marktleistung, den Direktzahlungen sowie dem positiven Vorfruchteffekt von Körnerleguminosen. Dieser wird anhand der Stickstofflieferung an die Folgekultur bestimmt. Kostenseitig werden Direktkosten, ein Pachtansatz für Land sowie die Positionen Maschinen-, Arbeits- und sonstige Gemeinkosten (inklusive Gebäudekosten) bestimmt. Die Arbeitskosten wurden anhand des Agroscope Arbeitsvoranschlags und einem Stundenansatz von 28.– Franken bestimmt . Die Maschinenkosten stützen sich auf den Maschinenkostenbericht von Agroscope. In der Summe ergeben sich die Vollkosten.

Erfolgsgrössen
Zieht man von den Leistungen die Produktionskosten ab, resultiert der kalkulatorische Gewinn einer Kultur. Dies erlaubt die Beurteilung des Gewinns je Flächeneinheit. Wird zum Gewinn der Arbeitskostenansatz addiert und diese Summe auf die eingesetzten Arbeitsstunden umgelegt, ergibt sich als zweite Erfolgsgrösse die (effektive) Arbeitsentlohnung in Franken je Stunde. Ein Gewinn resultiert also nur, wenn die effektive Entlohnung über dem Stundenansatz von 28.– Franken liegt. 

Leistungen
Soja erzielt wegen des hohen Preises die höchste Gesamtleistung je Hektare. Ackerbohnen und Eiweisserbsen können diese trotz ihres höheren Flä- chenertrags nicht erreichen. Der Vorfruchteffekt der Stickstofflieferung macht bei allen Kulturen nur einen geringen Anteil der Leistungen aus. Diese werden dominiert von den Direktzahlungen, welche jeweils mehr als die Hälfte der Leistungen darstellen. Bei der Vergleichskultur Weizen überwiegt dagegen deutlich die Marktleistung (hoher Ertrag und relativ guter Preis) gegenüber den Direktzahlungen. Die mit Weizen erzielten Gesamtleistungen liegen klar über jenen von Körnerleguminosen. 

Vollkosten
Die Produktionskosten der Körnerleguminosen unterscheiden sich wenig. Wesentliche Kostenpositionen sind die Direktkosten und innerhalb der Gemeinkosten die Maschinenkosten. Die Gemeinkosten (Maschinen-, Arbeits-, Gebäude- und sonstige Gemeinkosten) machen den Grossteil der Produktionskosten aus. Bei den Körnerleguminosen liegen die Gesamtkosten jeweils deutlich unter jenen von Weizen. 

Ergebnis
Unter dem Strich erzielen alle Körnerleguminosen einen kalkulatorischen Gewinn zwischen 161.– Franken im Falle von Ackerbohnen und 582.– Franken bei Soja. Die Arbeitsentlohnung liegt zwischen 37.– und 61.– Franken je eingesetzte Stunde. Der Vergleich mit Winterweizen zeigt, dass Soja und Eiweisserbsen sowohl die eingesetzte Fläche als auch die Arbeit besser verwerten können. Der Vorfruchteffekt wird durch die Abschätzung anhand der Stickstofflieferung an die Folgefrucht vermutlich nur unvollständig abgebildet und unterschätzt. 

Chance der Nische
Die Produktion von Körnerleguminosen stellt mit einem Anteil von lediglich 2.8% der offenen Ackerflä- che eine Nische in der Schweizer Landwirtschaft dar. Diese Situation ist einerseits auf die natürlichen Anbaugrenzen wie den Wärmebedarf und lange Anbaupausen zurückzuführen. Ausserdem erzielen Körnerleguminosen – im Vergleich zu Weizen – niedrige Flächenerträge, die zudem auch stark schwanken können, das heisst, die effektiven Erträ- ge können massiv kleiner sein als hier angenommen. Diese Ertragsschwankungen werden teilweise durch (noch) nicht ausgeschöpftes züchterisches Potential erklärt, da sich der Fokus der Züchtung in der Vergangenheit vor allem auf die Hauptkultur Weizen richtete. Neben dem Ertragsrisiko hängt die Wirtschaftlichkeit von Körnerleguminosen auch stark von der Höhe der Direktzahlungen ab. 

Aussichten
Der Vergleich der Wirtschaftlichkeit von Körnerleguminosen mit jener von Winterweizen zeigt, dass sich der Anbau von Körnerleguminosen gegenwärtig lohnen kann, sofern die angenommenen Erträge erzielt werden. Der Anbau von Körnerleguminosen geht ausserdem mit positiven Ökosystemleistungen einher, von den sowohl der anbauende Landwirt (zum Beispiel verbesserte Bodenfruchtbarkeit) als auch die Gesellschaft (zum Beispiel positive Klimawirkung infolge geringeren Stickstoffbedarfs) profitieren können. Körnerleguminosen erfahren aufgrund ihres Wertes für die menschliche und tierische Ernährung zunehmend Aufmerksamkeit. So ist in Europa infolge veränderter politischer Rahmenbedingungen sowie sich entwickelnder Märkte eine deutliche Zunahme des Anbaus von Körnerleguminosen zu beobachten. Schliesslich könnte auch der zunehmende Anteil Menschen, die sich vegetarisch oder vegan ernähren, mittelfristig die Nachfrage nach heimischen Körnerleguminosen beleben. Lupinen eignen sich beispielsweise zur Herstellung von Milch, Eis und Mehl. So gibt es mehrere Gründe anzunehmen, dass sich der Anbau von Körnerleguminosen auch zukünftig gut entwickelt. 

UFA-Revue 01/2017

Redaktion

Eher tiefe Mykotoxin-Belastung von Körnermais

Eher tiefe Mykotoxin-Belastung von Körnermais

Swiss granum überprüft in Zusammenarbeit mit Agroscope im Rahmen eines Monitorings die Mykotoxin-Belastung bei Körnermais nach der Ernte. Trotz des Nachweises in fast jeder analysierten Körnermaisprobe war das Deoxynivalenol-Belastungsniveau in der Ernte 2016 eher tief. Das Zearalenon- und Fumonisin-Belastungsniveau war ebenfalls tief.

Die in einem nationalen Netzwerk von 19 Sammelstellen entnommenen Proben wurden mittels ELISA-Tests auf das Vorkommen der Mykotoxine Deoxynivalenol (DON), Zearalenon (ZEA) und Fumonisine (FUM) untersucht.
Das Mykotoxin DON trat in fast jeder analysierten Körnermais-Probe der Ernte 2016 auf. Von gesamthaft 36 analysierten Proben wiesen nur 3% keine DON-Belastung oder eine Belastung unterhalb der Nachweisgrenze (

Die ZEA-Belastung wurde nur analysiert, wenn die Proben einen DON-Gehalt über 0.3 mg/kg aufwiesen. Von gesamthaft 28 analysierten Proben wiesen 96% einen positiven ZEA-Gehalt (> 0.002 ppm bzw. mg/kg) auf. Davon lagen 82% zwischen 0.002 und 0.05 mg/kg und 14% zwischen 0.05 und 0.1 mg/kg. Der Höchstgehalt lag bei 0.087 mg/kg.

Fumonisine, die vor allem von den Fusarien-Arten F. verticillioides und F. proliferatum gebildet werden und im 2015 vermutlich aufgrund der trockenen und sehr warmen Wetterbedingungen stark auftraten, wurden 2016 in 22% der analysierten Proben nachgewiesen. Von gesamthaft 36 analysierten Proben lagen 19% zwi-schen 0.2 und 0.5 mg/kg und 3% zwischen 0.5 und 1.0 mg/kg. Der Höchstgehalt lag bei 0.54 mg/kg.

Die Mykotoxin-Richtwerte bei Körnermais, welche für Ergänzungs- und Alleinfuttermittel eingesetzt werden, hängen von der zu fütternden Tierart ab. Die Mykotoxin-Richtwerte sind abrufbar unter www.swissgranum.ch oder unter www.mykotoxine.ch.

Swiss granum

Redaktion

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