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Das beliebteste Gemüse der Schweiz

Das beliebteste Gemüse der Schweiz

Man traut es ihm eigentlich nicht zu, aber das leuchtend orange Gemüse ist das mit Abstand beliebteste Gemüse in der Schweiz. Knackig, gesund und vielseitig verwendbar ist es der wichtigste Imageträger im Schweizer Gemüsebau.

Der Selbstversorgungsgrad bei Rüebli liegt mit 85.4%, die aus einheimischer Produktion stammen, sehr hoch. Die Anbauschwerpunkte liegen einerseits im Kanton St. Gallen und natürlich im Seeland. Beide Regionen dominieren mit jeweils deutlich über 400 ha Fläche den Anbau. Gesamtschweizerisch wurden im Jahr 2015 auf 1‘772 ha Rüebli angebaut. Davon wurden 1‘014 ha für die Einlagerung angebaut. Der Anteil an Bio-Rüebli beträgt mit einer Fläche von 445 ha rund 15.9%. Insgesamt werden in der Schweiz 71‘500 Tonnen Karotten pro Jahr konsumiert. Dies entspricht einem jährlichen Pro-Kopf-Verbrauch von 8.7 kg. Damit belegt das Rüebli mit Abstand den ersten Platz als beliebtestes Gemüse in der Schweiz.

Der Standort entscheidet
Rüebli stehen bevorzugt auf tiefgründigen und steinfreien Sand- bis sandigen Lehmböden. Leichte bis mittelschwere Moorböden eignen sich ebenfalls für eine erfolgreiche Kultivierung der Karotte. Der optimale pH-Wert des Bodens liegt für Karotten zwischen 6.5 bis 7.5. Eine ausgeglichene Wasserversorgung ohne stauende Nässe und warme Herbstmonate heben den Ertrag. Windoffene Lagen sind wegen des deutlich geringeren Befalls mit Möhrenfliege zu bevorzugen. Rüebli sind zwar mit sich selbst verträglich, wegen der Gefahr des Krankheits- und Schädlingsbefalls ist ein vier- bis fünfjähriger Fruchtwechsel jedoch ratsam. Gute Vorfrüchte sind Getreide, weniger geeignet sind Kartoffeln, Zuckerrüben und Kleegras wegen der Übertragung von Rhizoctonia und Nematoden.
Die Grundbodenbearbeitung ist von ausschlaggebender Bedeutung für die Qualität der Karotten. Wachstumsstörungen im Bereich des späteren Rübenkörpers müssen vermieden werden. Der Boden muss unter optimalen Feuchtebedingungen bis zu einer Tiefe von 25 cm gelockert werden. Eine feine Krümelung des Bodens ist wichtig. Das Saatbeet muss zudem eben, und ausreichend rückverfestigt sein. Beim Dammanbau werden Dämme im Abstand von 45 – 75 cm mit einem Dammformer aufgeworfen und oben etwas angewalzt, um eine gleichmässige Aussaatfläche sowie eine verbesserte Wasserführung zu bekommen. Die Vorteile des Dammanbaus sind das bessere Abfliessen des Wassers, das bessere Abtrocknen, die höhere Bodenwärme durch mehr Oberfläche und weniger deformierte Rüebli durch leichteres Vordringen des wachsenden Rübenkörpers.

Rüebli sind Schwachzehrer
Bei Karotten handelt es sich um eine Kultur mit eher geringen N-Ansprüchen. Bei Bundmöhren geht man von einem Netto-Düngerbedarf von 100 kg N/ha aus, bei Lagerkarotten reichen 120 kg N/ha. Aufgrund der sehr langsamen Jugendentwicklung liegt der Hauptnährstoffbedarf ziemlich spät in der Kultur, zur Zeit des grössten Massenzuwachses der Karotte. Deshalb muss in der ersten Vegetationshälfte der Stickstoff zurückhaltend eingesetzt werden, um eine zu starke Laubentwicklung zu vermeiden, was eine schlechtere Durchlüftung des Bestandes zur Folge hätte und pilzliche Erkrankungen, wie Alternaria oder Cercospora fördert. Auch gibt es Hinweise, dass ein zu hohes Stickstoffangebot zu einem verstärkten Befall mit Cavity-Spot (Wasserflecken) führt. Wird die Unkrautregulierung mechanisch durchgeführt, sollte man dabei einrechnen, dass durch die Bodenbearbeitung einiges an Nährstoffen insbesondere Stickstoff mineralisiert und freigesetzt wird.
Das Saatgut der Karotte hat ein Tausendkorngewicht von 0.7 – 1.8 Gramm. Es wird in der Regel kalibriert, in 0.2 mm Siebstufen von 1.2 – 2.2 mm angeboten. Standard ist fungizid gebeiztes, zumeist inkrustiertes Präzisionssaatgut mit einer Keimfähigkeit von mindestens 80%. Insbesondere im Frühbereich wir häufig auch geprimtes Saatgut eingesetzt.

Verwendungszweck bestimmt die Saatdichte
Die Saatdichte ist abhängig vom Verwendungszweck, für den man die Möhren anbaut, und zu welchem Zeitpunkt die Aussaat erfolgt. Die Bestandesdichte hat grossen Einfluss auf die Rübengrösse, den Gesamtertrag und die Frühzeitigkeit. Das Saatgut wird 1.5 - 2 cm tief abgelegt. Frühkulturen werden mit Vlies abgedeckt. Wenn die Bodenverhältnisse günstig sind, können diese Saaten bereits im Februar erfolgen. Die Auflaufdauer beträgt während der Vegetationszeit je nach Bodentemperatur 1.5 bis 4 Wochen. Bei Karotten für den Frischmarkt wird ein Reihenabstand von 30-40 cm, bei Lagerkarotten ein Abstand von 40-45 cm gewählt. Die Distanz zwischen den Dämmen hängt von deren Grösse ab. Je nach Erntemaschine ist die Dammweite zwischen 50 cm und 75 cm. Bei weiten Reihenabständen wie auch auf grösseren Dämmen erfolgt häufig eine 2-3 reihige Dammsaat, d.h. der Samen wird in Reihen mit 5 -10 cm Abstand abgelegt. Bei einer 3 reihigen Saat sollte die Mittelreihe weniger Dicht ausgesät werden um die stärkere Lichtkonkurrenz auszugleichen. Die Saat erfolgt mit einer modernen pneumatischen Einzelkornsämaschine.

Sortenwahl
Für die Frischmarktbelieferung werden frühe und mittelfrühe Sorten mit leicht konisch bis zylindrisch-länglichen, unten stumpfen Rübenkörpern bevorzugt (Nantaise-Typen). Für die Lagerung werden gleichmässige Rübenformen gefordert. Zugunsten der Ertragsleistung und der besseren Haltbarkeit werden späte Sorten bevorzugt. Die Verarbeitungsindustrie verlangt für Schnittware grosse, gleichmässig gefärbte Karotten (Pfälzer-und Flakkeertypen).

Die Kulturen sauber halten
Durch die lange Keimphase und das langsame Jugendwachstum bedecken die Karotten über mehrere Wochen den Boden nur schwach. Vor und nach Kulturbeginn haben deshalb alle Massnahmen zur Unkrautunterdrückung eine grosse Bedeutung. Ein leichtes Hacken ist erst möglich, wenn die Reihen deutlich sichtbar sind. Bei den Herbiziden stehen bewährte Vor- und Nachauflaufmittel zur Verfügung. Um eine gezielte Wirkung, besonders in sandigen Böden zu erreichen, kann mit Niedrigdosierungs- oder Splitverfahren gearbeitet werden. Im biologischen Anbau wird häufig zuerst eine thermische Behandlung des Bestands durchgeführt, hierbei ist jedoch zu beachten, dass nicht zu spät behandelt wird. Es gibt die Möglichkeit von Infrarotgeräten oder von Gasbrennern. Als kleinen Trick kann man eine Glasplatte auf eine Kontrollfläche legen. Wenn die Möhren unter der Glasplatte keimen ist der richtige Zeitpunkt (1-2 Tage vor der Keimung) um abzuflammen. Wenn zu spät geflammt wird, kann die Kultur durch die Verbrennungen bereits zu Ende sein bevor sie richtig begonnen hat. Erfolgte der Einsatz zum richtigen Zeitpunkt, können damit jedoch 60-80% der Unkräuter beseitigt werden.

Schädlinge und Krankheiten
Die häufigsten Schaderreger auf dem Feld sind die Möhrenfliege und die Blattalternaria. Die Möhrenfliege tritt mit drei Generationen pro Jahr auf. Die Maden verursachen grosse Schäden durch die Frassgänge an den Rübenkörpern. Von den drei Larvenstadien dringt allerdings erst die letzte in den Hauptkörper der Karotte ein. Der Flug der Möhrenfliege wird mit gelben Leimtafeln überwacht. Eine Behandlung ist angebracht wenn mit den Leimtafeln 1 Tier pro Falle und Woche gefangen wird. Da im Karottenanbau keine Insektizide im Angiessverfahren mehr zugelassen sind, ist diese Schadschwelle in den letzten Jahren deutlich reduziert worden. Im Bio-Anbau können die Kulturen nur mit Insektenschutznetzen wirkungsvoll bekämpft werden.
Die wichtigste Pilzkrankheit bei Karotten ist Blattalternaria. Der Pilz bringt das Blattwerk zum Absterben. Dadurch geht zum einen Assimilationsfläche verloren und die mechanische Ernte durch Klemmbandroder wird stark erschwert, oder sogar unmöglich. Der Infektionsdruck ist abhängig von Sorte, Reihenabstand, Fruchtfolge und Blattnassdauer. Mehrere Behandlungen mit Fungiziden sind bei unseren klimatischen Bedingungen kaum zu umgehen. Im Bio-Anbau sind Behandlungen mit Kupfer möglich.

Ernte und Lagerung
Anfang Juni ist der Erntebeginn der frühesten Freilandsaaten. Bereits etwas früher kann unter günstigen Verhältnissen mit der Ernte von Bundkarotten begonnen werden. Mit dem weiteren Wachstum steigt die innere Qualität der Karotte. Andererseits begrenzt die Rübengrösse, die Gefahr des Platzens und ein möglicher Krankheits- oder Schädlingsbefall (z.B. Alternaria oder Möhrenfliege) die Kulturdauer. Die Ernte von Lagerkarotten erfolgt im Oktober, wenn möglich bei trockener Witterung. Das Erntegut ist schonend zu behandeln; jegliche Verletzungen sind zu vermeiden. Späte Ernten von Lagerkarotten verbessern die Lagerfähigkeit (z.B. durch kühleres Lagergut). Zudem ist etwas Erdbesatz bei der Einlagerung erwünscht um die Lagerfähigkeit zu erhöhen. Solange die Karotten im Boden sind, ertragen sie leichte Fröste.
Bundmöhren können in Kühlhäusern bei einer Temperatur von +/- 0° C und einer relativen Luftfeuchtigkeit von 93-97% einige Tage gelagert werden. Eine hohe Luftfeuchte ist wichtig, da die Möhren sehr stark transpirieren und ohne die hohe Luftfeuchtigkeit sehr schnell austrocknen und schlapp würden. Lagermöhren werden in der Regel ungewaschen in Grosskisten geerntet und anschliessend in Scheunen, Kellern und Kühlräumen gelagert. Scheunen und Keller sind nur für die kurz- bis mittelfristige Lagerung geeignet, es sollte versucht werden die Temperatur möglichst schnell auf 5°-2° Celsius zu bringen. In geregelten Kühlräumen sollte die Temperatur auf 0-2° Celsius abgesenkt werden. Dabei ist auch auf eine ausreichende Frischluftzufuhr zu achten, da der CO2 - Gehalt unter 1% liegen sollte. In geregelten Kühlräumen können die Möhren bis Mai gelagert werden, was in der Schweiz eine Jahrrundversorgung möglich macht.

UFA-Revue 7-8/2016

Redaktion

«Blutende» Rosskastanien

«Blutende» Rosskastanien

Seit 2015 ist ein neuer Erreger aus Asien auf Rosskastanien in der Schweiz nachgewiesen. Das Bakterium verursacht einen schwarzbraunen, blutähnlichen Ausfluss am Stamm. Experten der WSL empfehlen Vorsichtsmassnahmen.

«Blutende» Stellen am Stamm von Rosskastanien, sogenannter Schleimfluss, sind seit Längerem bekannt. Seit der Jahrtausendwende treten diese Symptome in vielen europäischen Ländern verstärkt auf und lassen mancherorts Rosskastanien massenweise absterben.

Bakterium verursacht Schleimfluss
Im Jahr 2015 meldete Baumexperte Matthias Brunner an mehreren Rosskastanien in einer Parkanlage in Rapperswil am Zürichsee braunen bis fast schwarzen Schleimfluss. Forscher der Eidgenössischen Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft WSL haben daraufhin die kranken Bäume untersucht und fanden unter der äusseren Rindenschicht abgestorbenes Gewebe. Eine DNA-Analyse identifizierte Pseudomonas syringae pv. aesculi als Erreger. Versuche im Hochsicherheits-Gewächshaus des Pflanzenschutzlabors an der WSL bestätigten dies.
Stämme der Bakteriengruppe Pseudomonas syringae befallen verschiedene Pflanzenarten, jener mit dem Namenszusatz aesculi die Rosskastanie. Er stammt vermutlich aus Indien, wo er auf der Indischen Rosskastanie gefunden wurde.

Fällen ist oft die einzige Lösung
In Europa trat das Bakterium erstmals Anfang der 2000er-Jahre in den Niederlanden und in England auf. Inzwischen gibt es Nachweise aus mehreren europäischen Ländern. Die Krankheit verursacht in Deutschland seit 2007 grössere Schäden, mehrere Stadtbäume mussten gefällt und verbrannt werden. Da zurzeit keine anderen Möglichkeiten zur Bekämpfung bekannt sind, droht den Rosskastanien in der Schweiz das gleiche Schicksal.
«Die Erfahrungen aus dem Ausland zeigen, dass sich der Erreger rasant verbreiten und zum Problem werden kann», erklärt Joana Meyer, Phytopathologin an der WSL.

Ausbreitung des Erregers
Wie sich der Erreger genau ausbreitet, ist noch nicht vollständig geklärt - lokal offenbar vor allem durch Wind und Regen. Er kann aber auch mit infizierten Pflanzen, verseuchter Erde oder Werkzeugen verschleppt werden. Das Bakterium dringt über Rindenöffnungen wie Korkporen, Wachstumsrisse oder Wunden ein und befällt Rinde und Wachstumszone. Das schneidet den Nährstoff- und Wassertransport ab. So können Äste oder sogar ganze Bäume absterben und weitere Schädlinge eindringen.
Gesunde Rosskastanien können allerdings einen milden Krankheitsverlauf zeigen und die befallenen Stellen abschotten. In diesem Fall dürfte das Gewebe den Erreger einkapseln und die Bakterien sterben ab.

Hygiene ist gefragt
Um die Verbreitung der Krankheit zu verhindern, gilt es bei erkrankten Bäumen Hygienemassnahmen zu beachten, betonen die WSL-Forschenden: Schnittwerkzeuge nach der Arbeit desinfizieren (zum Beispiel mit 70-prozentigen Alkohol), erkranktes Pflanzenmaterial sicher entsorgen oder verbrennen und Schuhe gut von Erde reinigen.
Bei alten Bäumen sind abgestorbene Äste ein Sicherheitsrisiko für den Menschen und sollten abgesägt werden. Gärtner müssen neu gepflanzte Rosskastanien regelmässig auf Symptome der Schleimflusskrankheit kontrollieren und bei einem Befall entfernen.

WSL

Redaktion

Gene zur Verteidigung gegen Mehltau entdeckt

Gene zur Verteidigung gegen Mehltau entdeckt

Forscher identifizierten zwei Gene, die bei der Verteidigung von Gerstenpflanzen gegen Mehltau eine wichtige Rolle spielen und für die Züchtung krankheitsresistenter Gerstensorten hilfreich sein könnten.

Eine Abwehrstrategie von Wirtspflanzen gegen Mehltau ist die Bildung von Zellwandverdickungen, sogenannten Papillen, die das Eindringen in die Zelle durch die Zellwand verhindern. In der Gerste bestehen diese Verdickungen v.a. aus Kallose und Zellulose. Neue Forschungsergebnisse zeigen nun, dass zwei Gene (HvGsl6 und HvCslD2) mit der Anreicherung von Kallose und Zellulose in der Zellwand in Verbindung stehen.
Die Studie wurde von einem internationalen Forscherteam, geleitet vom Leibniz-Institut für Pflanzengenetik und Kulturpflanzenforschung (IPK) in Gatersleben und der australischen Universität Adelaide durchgeführt. «Mehltaubefall stellt beim Anbau von Gerste weltweit ein Problem dar. Gegen die oftmals eingesetzten Fungizide werden zunehmend Resistenzen beobachtet. Könnten wir Gerstensorten mit einer dauerhaft erhöhten Resistenz gegen Mehltaubefall züchten, würde dies entscheidend dazu beitragen, Erträge zu steigern und eine höhere Qualität des Erntegutes zu erzielen», betont Dr. Alan Little von der Universität Adelaide.

IDW

Säle

Letzte Preisfestsetzung für Frühkartoffeln

Letzte Preisfestsetzung für Frühkartoffeln

Mit der letzten Preisfestsetzung neigt sich die diesjährige Frühkartoffelkampagne dem Ende zu. Das Angebot vermag die Nachfrage zu decken und die Qualität der Frühkartoffeln erweist sich gemäss Swisspatat als gut.

Die warmen Temperaturen der letzten Tage bremsen das Kartoffelwachstum und teilweise muss bewässert werden, damit gegraben werden kann. Die Qualität ist gut, wobei gegenüber einem Durchschnittsjahr vermehrt qualitative Mängel auftreten. Die Kaliber sind nach wie vor kleinfallend. Die Produzenten werden gebeten, bei der Ernte und den nachfolgenden Manipulationen weiterhin äusserte Sorgfalt walten zu lassen.

Die festgelegten Produzentenpreise gelten ab sofort bis Ende Kampagne:

  • Frühkartoffeln: Fr. 53.15 / 100 kg inkl. MwSt.
  • Qualität grüne Linie: schalenfest, Kaliber 30 – 60 mm
  • Qualität blaue Linie: schalenfest, Kaliber 40 – 70 mm
Bio-Suisse einigte sich auf folgende Produzentenpreise, gültig bis Ende Kampagne:

  • Bio festkochende Sorten (grüne Linie): Fr. 150.15 / 100 kg, inkl. MwSt., Kaliber 30 – 60 mm
  • Übrige Bio Frühkartoffeln: Fr. 140.15 / 100 kg, inkl. MwSt., Kaliber 35 – 70 mm
  • Qualität: schalenfest
Die Frühkartoffelpreise sowie weitere diesbezügliche Informationen sind via Telefonbeantworter unter der Nummer 031 385 36 59 abrufbar.

Swisspatat

Redaktion

Kirschessigfliege im Weinbau mit Netzen fernhalten

Kirschessigfliege im Weinbau mit Netzen fernhalten

Im Regentrebberg am Strickhof in Wülflingen wurde Anfang August ein eher grossflächiger Versuch mit sehr feinmaschigen Netzen angelegt. So soll die Kirschessfliege von den Trauben ferngehalten werden.

In diesem Jahr deuten leider alle Vorhersagen darauf hin, dass in diesem Herbst auch in den Weinbergen die Kirschessigfliege wieder zu einem Problem werden könnte. Während die direkte Bekämpfung dieser sehr kleinen Taufliege sehr schwierig ist, setzt die Fachwelt schwergewichtig auf die Eindämmung respektive Bekämpfung mittels Prävention. Eine dieser Möglichkeiten ist der Einsatz von sehr feinmaschigen Netzen, wo die Fliege keinen Durchschlupf findet. «Für diesen Netzversuch eignet sich die etwas abseits vom eigentlichen Schulrebberg abgelegene isolierte Regentparzelle in Wülflingen ideal», erklärt Rebbaukommissär Andreas Wirth. Gerade diese – als Neuzüchtung sehr von der Kirschessigfliege bevorzugte und entsprechend gefährdete Rotwein – Traubensorte könnte im Fall eines starken Fluges wertvolle Ergebnisse bezüglich dieser Schutzmethode liefern. Ein ähnlicher Versuch mit grossflächiger Gesamtüberdeckung der Reben wird zugleich auch wieder in Weinfelden durchgeführt.

Für die Gesamtüberdeckung sind massive Traggerüste notwendig. Im Wülflinger Versuch werden jetzt die Schutznetze seitlich an die Laubwand angebracht und so die Traubenzone abgedeckt, wobei auch der materielle und Arbeitsaufwand beachtlich ist. Damit die Netze gut gespannt und straff aufgehängt werden können, müssen zwei zusätzliche Spann- respektive Tragdrähte gespannt werden. Der eine wird auf rund 30 bis 50 cm Bodenhöhe und der andere oberhalb der Traubenzone angebracht.

Grundsätzlich gehören zu den präventiven Bekämpfungsmassnahmen auch eine gut durch Auslauben durchlüftete Traubenzone und ein Tiefhalten des Unterwuchses. Damit soll der angestammte Lebensraum der Taufliege möglichst eingeschränkt oder ihr gar entzogen werden.

Dreiteiliger Versuch
«Wir legen den Versuch in dieser kleinen Parzelle dreiteilig und abwechslungsweise an, um möglichst ideale und wertvolle Resultate für den Vergleich zu erhalten», erklärt Jakob Schierscher von der Fachstelle Rebbau am Strickhof. In einem Fall werden die Netze oben und unten möglichst lückenlos zusammen geheftet, um die Fliege an einem Absitzen und Ablegen ihrer Eier auf den Beeren zu hindern. Im zweiten Fall sind sie nur am unteren Spanndraht vollständig geschlossen und oben nur einfach geheftet. «Hier ist die Idee, dass man vor der Lese die Seitennetze sorgfältig zusammenrollt und am unteren Draht befestigt», erklärt Schierscher. Schlussendlich wird ein Drittel als Nullparzelle gar nicht gedeckt um zu sehen, wie stark der Flug ist. Um aber schlussendlich exakte Resultate zu erhalten, wird auch das Auszählen, überwachen und schlussendlich das Auswerten eine grosse Herausforderung werden.

Unerfreuliche Entwicklungen
Bereits während der laufenden Beeren- und insbesondere der Kirschenernte mussten die Beeren- und Steinobstproduzenten bezüglich den Schäden erste unerfreuliche Entwicklungen feststellen und tragen. Es zeigt sich nun aber immer mehr, dass auch die Rebleute mit diesem exotischen Schädling leben lernen müssen, nachdem er 2014 sehr breit mit gewaltigem Schadenspotenzial aufgetreten ist. Dank dem heissen Sommer und der eher frühen Lese 2015 war die Kirschessigfliege kein Thema. Doch nun sorgen die aktuellen Fangzahlen analog zu 2014 für grösste Aufmerksamkeit. Ein heisser und trockener Spätsommer und Herbst könnte aber noch etwas Abhilfe schaffen und den Befallsdruck etwas mindern.

RoMü

Küng

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